Rückblick

Herr Schnitter, darf ich bitten?

Historische und zeitgenössische Totentänze im Medium des Scherenschnitts

und

Emanzipation des Ornaments.

Anton Würth im Dialog mit Ornamentstichen des Barock und Rokoko

Pressemitteilung
23. April 2014

Zwei Kabinettausstellungen zum Themenkreis Druckgraphik und
Scherenschnitt in Schloss Benrath

Vom 27. April bis zum 9. Juni 2014 in Schloss Benrath.

Organisatorisch:
Für "Herr Schnitter, darf ich bitten?" werden Kuratorenführungen am 11. Mai und 18. Mai um jeweils 11 Uhr angeboten.

Für "Emanzipation des Ornaments" werden Kuratorenführungen am 11. Mai und 18. Mai um jeweils 15 Uhr angeboten


Die Stiftung Schloss und Park Benrath präsentiert im Rahmen ihrer langjährigen Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität zwei von Studierenden konzipierte Ausstellungen zum Thema Druckgraphik und Scherenschnitt.

Die Ausstellung „Herr Schnitter, darf ich bitten? – Historische und zeitgenössische Totentänze im Medium des Scherenschnitts“ kontrastiert die feingliedrige Form des Scherenschnitts mit Motiven des düsteren Totentanzes. Kuratiert wird die Ausstellung von den Masterstudentinnen Feodora Heupel, Christina Klug und Hannah Reller.

Der Scherenschnitt ist ein kunsthandwerkliches Verfahren, welches im frühen 19. Jahrhundert eher belächelt als ernst genommen wurde. Mit dem Aufkommen der Fotografie hatte der Scherenschnitt zunächst an Bedeutung verloren. Heute gewinnt das Medium Scherenschnitt vermehrt an Akzeptanz durch zeitgenössische und international bekannte Künstler wie Kara Walker oder Ruprecht Matthies. Die Künstler sind im 21. Jahrhundert nicht mehr so zahlreich, allerdings entdecken sie den „Cut Out“ neu und entwickeln eigene kunstvolle Positionen. Die Beschäftigung mit dem Motiv des Totentanzes, einem mittelalterlichen, scheinbaren verstaubten Thema, spielt mit den Vorstellungen des Betrachters und lädt ihn ein, das tatsächlich Dargestellte neu zu sehen.

Die an der Ausstellung beteiligten Scherenschnittkünstler Melchior Grossek, Josy Meidinger, Walter Draesner, Hartmut Klug, Karin Dütz und Ursula Kirchner kontrastieren die zierliche Form des Scherenschnitts mit der eindringlichen Darstellung des Totentanzes. Die Ausstellung möchte anhand von mehr als 60 Exponaten die Scherenschnitte in allen seinen Variationen einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Darunter befinden sich auch Scherenschnitte und Drucke aus der Graphiksammlung „Mensch und Tod“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Unter dem Titel „Emanzipation des Ornaments. Anton Würth im Dialog mit Ornamentstichen des Barock und Rokoko“ stellt die zweite Ausstellung historische Ornamentstiche aus der Stiftungssammlung zeitgenössischen Kupferstichen des namhaften Künstlers und Kupferstechers Anton Würth gegenüber. Die aus einem Aufbauseminar hervorgegangene Kabinettausstellung wird kuratiert von einer Studierendengruppe, betreut von Prof. Dr. Christof Baier und findet ebenfalls im Museum für europäische Gartenkunst statt.

Die Ausstellung konzentriert sich ausschließlich auf Werke der Benrather Grafiksammlung – eine bemerkenswerte druckgrafische Sammlung mit Radierungen, Kupferstichen und Lithographien zum Thema Garten.

Präsentiert werden 28 Radierungen und Kupferstiche aus dem 17. und 18. Jahrhundert, 12 Kupferstiche von Kupferstecher Anton Würth, eine von Anton Würth bearbeitete Kupferplatte sowie ein extra für diese Ausstellung angefertigtes filmisches Kurzportrait von Anton Würth, das Einblicke in die Kunst des Kupferstechens gewährt.
Ein Höhepunkt ist das buchkünstlerisch gestaltete Heft von Anton Würth, ein „Carnet“, welches erstmals in Deutschland zu sehen ist.


Stiftung Schloss und Park Benrath
Benrather Schloßallee 100-106
D-40597 Düsseldorf
www.schloss-benrath.de

Öffnungszeiten
Wintersaison (1.10.2013 - 15.4.2014):
Dienstag bis Sonntag 11.00 Uhr - 17.00 Uhr