Skizzenbücher: Sammlung Aquazoo Löbbecke-Museum

 

Josef Pallenberg

Dauerausstellung im Naturkundemuseum

 

Die Ausstellung

Das Naturkundemuseum zeigt Tierplastiken des international renommierten Tierbildhauers Josef Pallenberg (1882-1946). Diese thematisieren auf einzigartige Weise das Spannungsverhältnis von künstlerischer und zoologischer Intention, die Grenzen zwischen Natur und Kunst und offenbaren ein einzigartiges Tier-Mensch-Verhältnis.

Im ersten Obergeschoss des Westflügels werden dann auf einer Fläche von ca. 150 m² in fünf Räumen die historischen, naturwissenschaftlichen, politischen und ästhetischen Zusammenhänge von Pallenbergs Tierplastik am beginnenden 20. Jahrhundert rekonstruiert. Diesen historischen Kontext aufgreifend, lädt die Ausstellung dazu ein, über das eigene Verhältnis zu Tieren nachzudenken. Was bedeutet es, mit Tieren zusammenzuleben und auf dieser Basis als Tierbildhauer zu arbeiten? Wie wollen und können wir mit Tieren zusammenleben? Dürfen wir sie aus wissenschaftlichen, wirtschaftlichen oder künstlerischen Gründen einsperren, zur Schau stellen, verletzen oder gar töten?

Erstmals werden auch Auszüge aus den Skizzenbüchern, die sich in der Sammlung des Aquazoo –Löbbecke-Museums finden und Fotomaterial präsentiert, die das außergewöhnliche Verhältnis des Menschen Pallenberg zu wilden Tieren aufzeigt.

 

Die Sammlung

Die Sammlung von circa 575 Plastiken in Gips, Ton, Steinguss und Bronze wurde in den Jahren 2006/2007 von der Stiftung Schloss und Park Benrath und der Stadt Düsseldorf angekauft. Rund 1300 Handzeichnungen und Skizzen sowie circa 1450 Objekte wie Tierpräparate, Schädel, Skelette, Naturabgüsse und ein umfangreicher Fundus persönlicher Dokumente befinden sich am Aquazoo –Löbbecke-Museum und werden ebenfalls in die  Ausstellung integriert. Dadurch wird es erstmals in der Geschichte möglich sein, das bedeutende Werk in seiner thematischen Gänze und Vielfalt einem breiten Publikum vorstellen zu können und die aktuelle Ausstellung zu Pallenberg, die im Naturkundemuseum des Schlosses zu sehen ist, zu erweitern.

Geboren in Köln, begann Pallenberg nach häufigen Besuchen des Kölner Zoos bereits als Schüler, das hier Erlebte zeichnerisch festzuhalten und plastisch umzusetzen. Später studierte er bei den Professoren Peter Theodor Janssen, Friedrich Roeber und Willy Spatz an der Kunstakademie Düsseldorf. In einem Atelier in der Nähe des Kölner Zoos –in dem er zu Studienzwecken einen zahmen Wolf namens Prinz und eine Löwen namens Juste hielt – entstanden um 1900 seine ersten bedeutenden Arbeiten.  Erste öffentliche Anerkennung erhielt Pallenberg 1902 auf der Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung im Kunstpalast für sein Werk „Sauhatz“. Auf der „Großen Berliner Kunstausstellung 1904“ ist Pallenberg mit 16 Tierplastiken prominent vertreten. 1907 wurde Josef Pallenberg auf der Nationalen Kunstausstellung mit der Staatsmedaille für die Plastik „Rominter Brunfthirsch“ ausgezeichnet, die noch heute im Zoologischen Garten Berlin präsentiert wird und von der sich eine Replik im Düsseldorfer Hofgarten befindet.  Dank der Anerkennung als Tierbildhauer beauftragte Carl Hagenbecks Pallenberg mit der Gestaltung des noch heute zu den Wahrzeichen und Attraktionen des Hamburger Tierparks zählenden Hauptportals. In den folgenden Jahren schuf er dort etwa 50 Rekonstruktionen von Sauriern in natürlicher Größe, die bis heute und trotz mordernster Techniken zu den naturalistischsten Bildnissen dieser Tiere zu zählen sind. Nach dem Umzug in ein Atelier in Düsseldorf- Lohausen konnte sich Pallenberg frei von jedweden Konventionen oder Einschränkungen durch Anwohner entfalten: Da er sich zwecks seiner anatomischen Analysen und Bewegungsstudien immer lebende Tiere hielt, war er als Nachbar nicht sonderlich geschätzt, da man sich vor den Löwen und anderen Raubtieren trotz aller Zahmheit fürchtete. Doch eben dieses Zusammenleben kombiniert mit seiner Beobachtungsgabe und unter Rückgriff auf technische Medien wie Fotografie und Film ermöglichte es Pallenberg  die Tiere in ihrer natürlichen Bewegung festzuhalten und diese in verschiedene Materialien umzusetzen.

Seine naturalistischen Arbeiten machten Pallenberg auch im Ausland bekannt. Zu seinen Auftraggebern zählten neben zoologischen Gärten bald auch Museen und Zoologische Institute aus aller Welt, wie z. B. in Detroit, La Plata und Cincinnati. Für die Firma WMF und die Manufaktur Karl Ens modellierte Pallenberg Porzellanfiguren. 

 

 

 

 

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