Museum Corps de Logis

Das Corps de Logis ist der architektonische Höhepunkt des Benrather Schlosses. Das Hauptgebäude des fünfteiligen Gebäudeensembles (neben dem Corps de Logis zwei Kavaliersflügel und zwei Torhäuser) bildet eine formale und funktionale Einheit mit den Gärten, dem Jagdpark und den Gewässern. 

1755 ließ Kurfürst Carl Theodor von Pfalz-Sulzbach das Lust- und Jagdschloss von seinem Garten- und Baudirektor, dem Franzosen Nicolas de Pigage, errichten. 1773 zeigte sich das Schloss, trotz Bauunterbrechungen, bereits in vollendeter Gestalt – als spätes Gesamtkunstwerk einer Maison de plaisance, das Architektur und Natur in einer übergreifenden Gestaltungsidee vereint und das heute eines der idealtypischsten Lust- und Jagdschlösser seiner Epoche ist.  

Die Grundstruktur der Fassade enstpricht auf den ersten Blick der Idee des adeligen Land- und Lusthauses, das seit der Renaissance auf ein bzw. anderthalb Geschosse festgelegt war. Dies entsprach jedoch nicht mehr dem höfischen Landhaus des 18. Jahrhunderts, wie es in Frankreich seit dem 17. Jahrhundert entwickelt wurde. In Benrath entstand ein hochmodernes wie multifunktionales Ensemble, das im Kern vier Geschosse über einem Souterrainsockel besitzt, der nicht nur zahlreiche Räume bot, sondern durch unterirdische Gänge auch mit den Flügelbauten verbunden war (und ist). Im Baudekor klingen die für die Maison de plaisance typischen Themen an: höfische Jagd, ländliches Fest, Freuden der Natur, Förderung und Genuss von Kunst, Literatur und Wissenschaft.