Sammlung Josef Pallenberg (1882-1946)

Dauerausstellung im Naturkundemuseum

 

Josef Pallenbergs naturalistische Tierplastiken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bilden eine einzigartige Sammlung. Der Nachlass des Düsseldorfer Künstlers besteht aus mehr als 500 Plastiken in Gips, Ton, Steinguss oder Bronze, rund 1300 Handzeichnungen und Skizzen sowie zahlreichen Tierpräparaten, Schädeln, Skeletten und Naturabgüssen.

 

Entgegen der akademischen Lehrmeinung und auch gegen die avantgardistischen Bemühungen, das Sujet „Tier“ am Beginn des 20. Jahrhunderts rein künstlerisch zu betrachten, widmete sich Josef Pallenberg, gebürtiger Kölner, und Zeit seines Lebens mehr in Zoos als im Atelier zu Hause, einer anderen Herangehensweise an die Tiere.

 

Zoologisch fundiert, aber gerade durch die Erfahrung des Zusammenlebens auf besondere Weise lebendig, sind seine Tierplastiken im wahrsten Sinne des Wortes naturalistisch. Pallenbergs Tiere sind Individuen, die der Künstler im persönlichen Umgang, im tatsächlichen Zusammenleben erlebt und studiert hat. Nicht immer zur Freude seiner Nachbarschaft lebte Pallenberg mit zahmen Raubtieren, wie seiner Löwin Juste, seinem Wolf Prinz, oder dem Löwen Hassan zusammen.

 

Erste öffentliche Anerkennung erhielt Pallenberg 1902 auf der Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung für sein Werk „Sauhatz“. Auf der „Großen Berliner Kunstausstellung 1904“ war Pallenberg mit 16 Tierplastiken bereits prominent vertreten.

 

1907 wurde Josef Pallenberg auf der Nationalen Kunstausstellung mit der Staatsmedaille für die Plastik „Rominter Brunfthirsch“ ausgezeichnet, die noch heute im Zoologischen Garten Berlin präsentiert wird. Eine Replik fand im Düsseldorfer Hofgarten Aufstellung. 

 

Vom Zoologen Ludwig Heck (1860-1951) an den Berliner Zoologischen Garten geholt, lernte Pallenberg in hier den berühmten Hamburger Tierhändler Carl Hagenbeck (1844-1913) kennen. Hagenbeck wiederum beauftragte den jungen Künstler mit der tierplastischen Ausgestaltung des Hauptportals seines Tierparks in Stellingen bei Hamburg, der 1907 eröffnet wurde.

 

In den folgenden Jahren schuf er dort etwa 50 Rekonstruktionen von Sauriern in natürlicher Größe. Das Wissen dafür eignete er sich beim argentinischen Naturforscher Florentino Ameghino (1854-1911) in La Plata an.

Vermittelt durch Hagenbeck und seinen Bruder Emil Pallenberg, der in den USA als Tierdompteur Berühmtheit erlangte, arbeitete Josef auch für Zoos in Detroit und Cincinnati.

 

Die präzisen Tierplastiken entstanden nicht allein auf der Basis des künstlerischen Auges und anatomischer Studien, morphometrischen Untersuchungen und Verhaltensbeobachtungen. Wie es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unumgänglich war, machte sich auch Pallenberg Fotografie und Filmtechnik zunutze, um die Lebendigkeit der Tiere zu visualisieren.

 

Seine Beobachtungen, seine Sujets und sein Respekt vor dem Individuum verdankten sich dem Zusammenleben mit Tieren. Damit stellt seine Kunst ein einzigartiges Zeugnis einer intimen und innigen, wenngleich auch durchaus auch zu hinterfragenden „Freundschaft“ von Mensch und Tier dar.

 

Die neue Dauerausstellung Pallenbergs Tiere ist ab dem 27. Januar 2018, immer samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr, im Obergeschoss des Westflügels im Naturkundemuseum der Stiftung Schloss und Park Benrath zu sehen.
Die Eröffnung ist am 24. Januar 2018, 19 Uhr im Naturkundemuseum.

 

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