Ausstellung

 

Japanische Gärten in Deutschland

Ausstellung im Museum für Gartenkunst
12. Oktober 2018 – 13. Januar 2019

Seit über 100 Jahren werden in Deutschland Japanische Gärten entworfen und angelegt. Inzwischen gibt es weit über 50 öffentliche Gärten dieser Art und sicherlich noch deutlich mehr private. Japanische Gärten haben also in Deutschland Fuß gefasst und sogar eine erstaunliche Karriere hinter sich. Doch was sind die Hintergründe für diese Mode, lässt sich eine Entwicklungsgeschichte beobachten? Wie steht es um die Authentizität?

Die Ausstellung gibt Antworten auf diese Fragen, indem sie die Geschichte Japanischer Gärten in Deutschland nachzeichnet. Die Geschichte reicht vom ersten Garten 1904 in Düsseldorf über viele Beispiele auf (Garten-)Ausstellungen und in Museen wie im Kunstmuseum Wolfsburg bis hin zu ehemals privaten und jetzt öffentlichen Gärten wie in Leverkusen. Die Anlagen lassen sich nicht einfach auf eine Reaktionen auf japanische Vorbilder reduzieren. Vielmehr sollten sie auch eine Idee von dem scheinbar so exotischen Land Japan insgesamt geben und spiegelten natürlich die Vorlieben und Vorstellungen ihrer jeweiligen Auftraggeber und Gestalter wider.

Daneben widmet sich die Ausstellung aber auch der breiten popkulturellen Verarbeitung des Themas. So gab es Ende des 19. Jahrhunderts Japanische Gärten als Papiertheaterszenarien für Kinder, während man heute Brett- oder iPad-Spiele findet, die Zen-Gärten als Grundlage für ein spannendes Logikrätsel nutzen. Am Ende wird deutlich, dass die Frage der Authentizität zurücktreten kann (und sollte) hinter die reiche und spannende Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Fremden.

Japanische Gärten in Deutschland sind nicht so faszinierend, weil sie Japan möglichst originalgetreu wiedergeben, sondern weil sie eine eigene aufschlussreiche Geschichte und Ästhetik besitzen.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Museum für Gartenkunst der Stiftung Schloss und Park Benrath und dem Institut für Modernes Japan der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, vertreten durch PD. Dr. Christian Tagsold und dem Japanischen Kulturinstitut Köln.