Mikroplastik im Rhein. Die große Reise des kleinen Plastiks

Was passiert mit Plastik, nachdem wir es wegwerfen? Die Sonderausstellung folgt den Spuren winziger Kunststoffpartikel von unserem Alltag bis in den Rhein. Spannende Virtual-Reality-Stationen, aktuelle Forschungsergebnisse und künstlerische Reflexionen machen ein oft unsichtbares Umweltproblem erlebbar und zeigen, wie jeder Einzelne zum Schutz unserer Gewässer beitragen kann.

Mikroplastik unter Wasser formt dem Umriss einer PET Flasche

Laufzeit: 28. August 2026 bis Ende 2027
Die Vernissage findet am 28. August um 19 Uhr im Naturkundemuseum statt. Der Eintritt ist frei.

Plastik ist aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Wir tragen es als Kleidung, verwenden es in Kosmetikprodukten, verpacken damit Lebensmittel oder entsorgen es nach einmaligem Gebrauch. Doch was geschieht mit den kleinen Kunststoffteilen, nachdem sie aus unserem Blickfeld verschwunden sind?

Die Sonderausstellung „Mikroplastik im Rhein. Die große Reise des kleinen Plastiks“ macht die oft unsichtbaren Wege des Mikroplastiks sichtbar. Besucherinnen und Besucher folgen den winzigen Kunststoffpartikeln auf ihrer Reise – von unserem Alltag über Kanalisation und Gewässer bis in den Rhein. Mithilfe von sechs Virtual-Reality-Stationen eröffnet die Ausstellung faszinierende Einblicke in die Verbreitung von Mikroplastik und zeigt, wie eng unser tägliches Handeln mit den Ökosystemen unserer Flüsse verbunden ist.

Mikroplastik umfasst alle Kunststoffpartikel mit einer Größe von weniger als fünf Millimetern. Die winzigen Teilchen gelangen auf unterschiedlichsten Wegen in die Umwelt: durch Reifenabrieb, den Zerfall größerer Kunststoffabfälle oder synthetische Fasern aus Textilien. Sie schweben in der Luft, treiben im Wasser und werden von Tieren und Menschen aufgenommen. Der Rhein zählt zu den wichtigsten Flüssen Europas und ist zugleich ein bedeutender Transportweg für Kunststoffabfälle. Über den Fluss gelangen große Mengen Plastik bis in die Nordsee und belasten dort empfindliche Ökosysteme.

Die Ausstellung basiert auf aktuellen Erkenntnissen aus dem deutsch-niederländischen Interreg-Projekt „Der Rhein verbindet“. Im Rahmen des Teilprojekts „Der gesunde Rhein“ wurden zwischen 2023 und 2025 umfangreiche Untersuchungen zur Belastung des Rheins mit Plastikmüll und Mikroplastik durchgeführt. Die Forschungsergebnisse zeigen unter anderem, dass Verpackungen von Lebensmitteln und Zigaretten zu den häufigsten Kunststoffabfällen am Rhein gehören. Besonders problematisch sind außerdem Feuchttücher, die häufig Kunststofffasern enthalten und sich im Wasser nur sehr langsam zersetzen. Die Untersuchungen helfen dabei, die Herkunft des Plastiks besser zu verstehen, seine Verbreitung nachzuvollziehen und wirksame Maßnahmen gegen die Verschmutzung zu entwickeln.

 
 

ÜBER SPUREN. ÜBER ABFALL. ÜBER UNS.

Ergänzt wird die Sonderausstellung durch Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Gabriele Keßler. Unter dem Titel Über Spuren. Über Abfall. Über uns. zeigt sie Fotografien, Objekte und Installationen, die sich mit den sichtbaren und unsichtbaren Folgen der zunehmenden Plastikverschmutzung auseinandersetzen. Ausgehend von Fundstücken und Materialien aus Flüssen, Meeren und Gewässern entstehen Arbeiten, die die Spuren menschlichen Handelns in der Natur sichtbar machen. Sie thematisieren die zunehmende Belastung von Gewässern durch Plastik und lenken den Blick auf die enge Verbindung von Natur und Zivilisation. Dabei wird erfahrbar, wie nah Schönheit und Zerstörung, Faszination und Verantwortung beieinanderliegen.

 
 

EIN PROJEKT FÜR EINEN GESUNDEN RHEIN

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Museum De Bastei in Nijmegen und wird unter anderem durch das EU-Interreg-Projekt Der Rhein verbindet gefördert. Das Projekt vereint deutsche und niederländische Partner mit dem Ziel, den Rhein als lebendigen, gesunden und nachhaltigen Lebensraum zu stärken. Das Projekt beschäftigt sich auch mit weiteren Herausforderungen wie dem Schutz von Wanderfischen und der Verringerung von Umwelteinflüssen auf das Flusssystem um den Rhein als wertvollen Lebensraum zu bewahren. Als weiterer Projektpartner unterstützt die Düsseldorfer Umweltschutzorganisation Blocksblocks Cleanup die Ausstellung.