Französischer Garten
Entstehungsgeschichte
Im Jahr 1756 entwarf Nicolas Pigage, der Architekt von Schloss Benrath, den Garten der Kurfürstin im französischen Stil. Bei der Gestaltung richtete sich Pigage nach den klaren, geometrischen Prinzipien der französischen Barockgärten. Sein Vorbild war hier André Le Nôtre, der Gartenarchitekt von Versailles.
Bevor der Englische Garten im 19. Jahrhundert umgebaut wurde, war dieser symmetrisch zum Französischen Garten angelegt, sodass die West- und Ostseite des Schlosses eine harmonische Gesamtanlage bildete.
Stil des Französischen Gartens
Die Hauptmerkmale Französischer Gärten sind strenge geometrische Formen und Symmetrie. Häufig gibt es eine vom Schloss ausgehende Hauptachse sowie dazu passend angeordnete Nebenachsen. Diese bilden das Grundgerüst der Gartengestaltung. Ein weiterer zentraler Bestandteil ist der sogenannte Parterregarten. Das französische Wort „Parterre“ bedeutet übersetzt „am Boden“ und bezeichnet ein ebenmäßiges Beet, das von niedrigen Buchsbaumhecken eingefasst wird. Es handelt sich um eine kunstvoll angelegte Gartenfläche. Das Gesamtbild aus bunten Blumenbeeten bildet Muster, zwischen denen manchmal Wege verlaufen. Im Garten der Kurfürstin ist das Parterre kein isolierter Garten, sondern erfüllt eine strukturelle Funktion. Es bildet den Ausgangspunkt einer umfangreichen Sichtachse, die durch gegliederte Blumenrabatten zu einem System aus Wasserkaskaden übergeht.
Der aus dem 17. Jahrhundert stammende Parterregarten vor der Orangerie ist ein gutes Beispiel für einen in sich eigenständigen Gartenraum. Er ist symmetrisch um den achteckigen Brunnen aufgebaut und wird durch Wege in 16 quadratische Felder eingeteilt.
Kaskade/Wasserleitsystem
Der Französische Garten ist, wie die anderen Gärten der Anlage, stark vom Wasser geprägt. Die Wasserversorgung stellte den Architekten, Nicolas Pigage, vor eine große Herausforderung. Um die Kaskade und die weiteren Wasserbecken im Park mit Wasser zu füllen, musste er schließlich den Fluss der Itter umlenken. Im Französischen Garten tritt das Wasser wie aus einer Quelle hervor und fließt anschließend über eine kleine Stufe als Wasserfall eine sogenannte Kaskade hinab. Die Verbindung zwischen den einzelnen Wasserbecken geht auf Pigages komplexes Kanalsystem zurück. Somit konnte zusätzlich das gesamte Abwasser über die unterirdischen Kanäle laufen und im Rhein münden. Das Kanalsystem ermöglichte aber auch die Bewässerung von Beeten, Rasenflächen und weiteren Gartenbereichen.